Regattabericht Einhand-Jollen 15./16.8.2026
Samstag:
Vorweg: Der Samstag war im Zeichen der Windwechsel… Irrtum vorbehalten zuerst von Süd, dann von Ost und nach West drehend. Die Rennleitung, und vor allem die Tonnen-Leger, waren im Dauereinsatz, aber es konnten wider Erwartung vier ganze Läufe gesegelt. Ein Dank der umsichtig und reaktiv-unkompliziert handelnden Regattaleitung!
Aber erst einmal mussten die Jollen der „Einhänder“ an der durch den rekordmässig tiefen Wasserstand verkürzten Slippe eingewassert werden. Das war gar nicht so einfach, wollte man doch den Slipwagen nach der Betonkante nicht gleich im See versenken. Auch die Wassertemperatur war gefühlt rekordmässig. Danach kamen zwei Stunden dahindümpeln in der sengenden Hitze und auf Wind hoffen. Ideale Bedingungen für spielerische Kenterübungen, oder einfach einem kurzen „Gump“ ins etwas lauwarme Nass.
Die Rennläufe dann wie gewohnt mit den Winddrehern und Windlöchern, die mal das Teilnehmerfeld auseinanderzog und vor der Lee-Tonne wieder zusammenschob. So waren auf vier Läufe Glück und Pech einigermassen gerecht verteilt. Gemeinsam war dann aber eindeutig das Glück des Abendessens mit feiner Pinsa, organisiert vom Einer Flottenchef.
Sonntag:
Am Sonntag wären laut Prognosen und Regattaleitung von Beginn weg regelmässigere Windbedingungen aus West angesagt worden. Weiter sei nun auch wieder eine Juri im Einsatz, weil am Vortag die Regel 2 der allg. Wettfahrtbestimmungen doch arg strapaziert worden sei.
Regel 2? Sie formuliert den Anspruch auf sportlicher Fairness während und um die Regatten. Was kann Fairness im Regattabetrieb heissen? Ein Versuch oder Prüfstein, sozusagen als kategorischer Imperativ (Kant) des Segelns: Verhalte dich beim Segeln so, wie du es im Rahmen der Wettfahrtregeln von deinen Konkurrenten dir gegenüber erwartest.
Nun, der angesagte Wind liess wieder auf sich warten, aber am Mittag erhob sich eine zunehmende Brise aus N-NO und dann immer mehr nach N drehend. Zwei schöne Läufe konnten gesegelt werden und der Vorteil lag bei jenen, die den Winddreher nach N an der Startlinie bemerkten und sich vom Getümmel beim Startboot fernhielten, d.h. von der Backbord-Tonne wegfuhren.
Vor dem letzten Lauf frischte der Wind kräftig auf und der Himmel im Norden verdunkelte sich und schickte noch mehr Wind. Es wurden dann 4-5 Bfd und in Böen sicher mehr. Kurz vor dem Start zog es einem Teilnehmenden den Grossbaum unglücklich über den Schädel, was mit einem kurzen Notfall-Einsatz und ein paar Heftstichen an der Kopfhaut Gott sei Dank keine schlimmeren Folgen hatte. Auch hier wieder, die Regattaleitung als Team formidabel organisiert. Der Lauf: Kreuz und Wende wurden zu Knüppelei und Downwind wünschte sich wohl der eine oder andere RS-Aero ein kleineres Tuch.
Auf jeden Fall war nun Kentern für einige Teilnehmer nicht mehr Übung sondern Schicksal. Auch für den „Seggerling“ mussten Prioritäten neu gesetzt werden:
1. Lieber eine schlampige Q-Wende fahren, als den dünnen Leichtwind-Mast in einer Hammer-Helden-Halse kaputtmachen.
2. Kein unnötigen Kenter-Sport-Übungen
3. Irgendwie über die Ziellinie kommen.
4. Einen anständigen Rang fahren – eher sekundär.
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Christoph Wenger, SUI 361, Seggerling